Ethylenoxid Begasung

Was ist die Begasung mit Ethylenoxid?

Die Begasung mit Ethylenoxid (C2H4O) ist eine Methode der Sterilisation. Ethylenoxid (kurz ETO oder EO) wirkt sich zerstörend auf Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen, aber auch auf Viren aus. Für den Menschen ist ETO schädlich und wirkt stark karzinogen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Anwendungsbeispiele
  2. Verwendung
  3. Einzelnachweise
  4. Passende Produkte von pure11

1. Anwendungsbeispiele

Aufgrund der technischen Voraussetzungen und der strengen Überwachung wird ETO nur bedingt eingesetzt.

Ethylenoxid wird meist angewendet, wenn Materialien durch die Gammasterilisierung ihre Eigenschaften verlieren, wie beispielsweise bei Nahtmaterialien für OP-Nähte. Durch die Gammasterilisierung würde das Material seine Reißfestigkeit verlieren, weswegen die Sterilisation mit Ethylenoxid durchgeführt wird.

2. Verwendung

Die Begasung mit Ethylenoxid besitzt das größte Sterilisationsvermögen, da es durch die Materialwände hindurchdringt. Besonders bei hitzeempfindlichen Materialien eignet sich die Anwendung der Ethylenoxidbegasung prinzipiell gut.

Dieses Kaltsterilisationsverfahren ist allerdings mit langen Wartezeiten nach der Beaufschlagung verbunden, da das Gas aufgrund seiner krebserregenden Eigenschaften zunächst wieder aus dem Sterilisationsgut entweichen muss. Außerdem verliert Ethylenoxid zunehmend an Aufmerksamkeit und Nutzen, da die Entsorgungskosten und das Gefahrenpotenzial des Gases sehr hoch sind:

  • Die Geruchsschwelle ist ca. 700-mal höher als der zulässige Arbeitsplatzgrenzwert
  • Im Unterdruckverfahren (unter Vakuum, ohne CO2 als Trägergas) ist ETO hoch explosiv
  • Im Überdruckverfahren (unter Druck, mit CO2 als Trägergas) müssen mögliche Leckagen aufwändig verhindert werden

Das farblose Gas kann auch nach längerer Zeit nach der körperlichen Aufnahme zu Nieren- und Leberschäden beim Menschen führen. Es führt zu Reizungen der Augen, der Atemwege und der Haut. Außerdem führt es zu Übelkeit und Erbrechen. Da in Tierversuchen Fortpflanzungsdefekte wie Mutationen und Fehlgeburten erkennbar waren, gilt es als wahrscheinlich, dass dies auch beim Menschen auftreten kann.

3. Einzelnachweise

  • Buch: Klinikleitfaden OP-Pflege, Verlag: Elsevier Health Sciences
  • Buch: Reinraumtechnik, 4. Auflage, Springer-Verlag

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