Überlebensfähigkeit von Keimen auf Oberflächen

Was ist das überhaupt?

Die Überlebensfähigkeit von Keimen wie Bakterien und Viren ist besonders für Reinraumbereiche von Bedeutung, in denen koloniebildende Einheiten (KBE) einen hohen Stellenwert haben. Abhängig ist die Überlebensfähigkeit von den Umgebungsbedingungen und Oberflächenbeschaffenheiten. Dazu gehören vor allem die Temperatur, Luftfeuchte, Verfügbarkeit von Nährmedien sowie die Rauigkeit und Reinigbarkeit einer Oberfläche. In der DIN EN ISO 14644 und VDI 2083 sind Angaben zu den Parametern beschrieben, die eine möglichst keimfreie Umgebung gewährleisten sollen.

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Verwendung
2. Einzelnachweise
3. Produkte pure11 

 

1. Anwendungsbeispiel

Mit einer Größe zwischen 20 nm bis 10 µm von Bakterien und Viren können sich diese in kleinsten Hohlräumen ansiedeln. Durch Anbindung an Partikeln oder Tröpfchen werden sie dann durch eine mögliche Luftaufwirbelung verschleppt. Sind zudem die Umwelteinflüsse optimal und Rückstände von Proteinen, Blut oder Seren als Nährstoffe vorhanden, steht einer Vermehrung nichts mehr im Wege. Die Zeitspanne für das Überleben von Keimen beträgt zwischen wenigen Minuten bis hin zu mehreren Monaten. 

Das gilt es zu verhindern! Wie ist das möglich? Den Keimen muss die Umgebung so unangenehm wie möglich gemacht werden.

Empfohlene Reinraumwerkstoffe für Oberflächen sind: 

  • rostfreier Stahl
  • eloxiertes Aluminium
  • geeignete Kunststoffe
  • Glas 

Anforderungen an die Materialien sind die Reinigbarkeit und chemische Beständigkeit. Wände, Decken und Böden in den Reinräumen sollen möglichst glatt, porenfrei, ohne Risse, Löcher, Abstufungen und Ecken sein. Jegliche Hohlräume aller Größen stellen potentielle Ansiedlungsflächen dar.  

Nur durch geeignete Desinfektionsmittel in sinnvollen Konzentrationen kann man einer Verbreitung vorbeugen. Gerade Wirkstoffe auf der Basis von Aminen oder Alkoholen, sowie sauerstoffabspaltende Verbindungen sind gegen ein breites Spektrum von Keimen wirksam. 

 

2. Verwendung 

Vor allem pharmazeutische Herstellungsbetriebe, Unternehmen aus der Medizintechnik, sowie die Lebensmittel- und Gesundheitsbranche sind betroffen. Die größte Gefahr überlebender Keime auf Oberflächen im Alltag begegnet in Krankenhäusern, besonders hinsichtlich nosokomialen (eine während des Pflegeaufenthalts erworbene Infektionen) Erkrankungen.