Suspensionstest

Der Suspensionstest (oder Suspensionsversuch) ist ein Verfahren der Europäischen Normen für die Prüfung von Desinfektionsmitteln, welche im Bereich der Humanmedizin (vor allem Krankenhäusern) Verwendung finden. Ziel des Tests ist das Wirkungsspektrum eines chemischen Desinfektionsmittels zu erfassen.

Dabei werden in Reagenzgläsern Suspensionen aus festgeschriebenen Testbakterien mit einer bestimmten Menge an flüssigem Desinfektionsmittel hergestellt und anschließend auf restliche infektiöse Bakterien untersucht. Je mehr Mikroorganismen nach einer bestimmten Einwirkzeit inaktiviert bzw. abgetötet wurden, desto größer ist das Wirkungsspektrum des jeweiligen Desinfektionsmittels. Um in diesem Test möglichst reale Bedingungen widerspiegeln zu können, ist eine Ausarbeitung praxisnaher Methoden erforderlich. Diese Methoden werden beispielsweise durch Hinzufügung von Albuminen (Proteine) und Blutbestandteilen als organische Belastung erreicht. Dabei werden verschiedene Abstufungen verwendet: Suspensionstest ohne Belastung, mit geringer Belastung (nur Albumin) und mit hoher organischer Belastung (Albumin und Blutbestandteile). Die Auswertung erfolgt anhand der logarithmischen Reduktion: log (KBE Anfang) - log (KBE Ende).

Man unterscheidet beim Suspensionsversuch zwischen dem quantitativen und dem qualitativen Suspensionsversuch. Außerdem verwendet man verschiedene Einwirkzeiten: 15 Sekunden, 30 Sekunden, 1 Minute, 3 Minuten, 5 Minuten, 10 Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten, 60 Minuten. Diese richten sich vorrangig nach dem Verwendungszweck, den man mit dem Desinfektionsmittel verfolgt.

Der Suspensionsversuch findet Verwendung bei folgenden Anwendungsverfahren: Hygienische Händedesinfektion, chirugische Händedesinfektion, Hautantiseptik, (Ober-)Flächendesinfektion, chemischen Instrumentendesinfektion, maschinelle chemisch-thermische Instrumentendesinfektion und der maschinellen chemisch-thermischen sowie der chemischen Wäschedesinfektion. Des Weiteren verwendet man je nach Anwendungsverfahren verschiedene Temperaturen. Um eine nachweisbar gute Qualität zu gewährleisten werden die verwendeten Verfahren in der Regel validiert.