Dekontamination

Was ist eine Dekontamination?

Unter einer Dekontamination versteht man das Entfernen einer oder mehrerer gefährlicher Substanzen von Oberflächen oder aus tiefer liegenden Schichten, in welche der Stoff bereits eingedrungenen ist. Der Erfolg der Dekontamination hängt von verschiedenen Einflüssen ab, z. B. der Kontamination selbst, der Dauer der Kontamination, der Porosität des Materials oder des zur Dekontamination eingesetzten Verfahrens.

Inhaltsverzeichnis

  1. Anwendungsbeispiel
  2. Verwendung
  3. Einzelnachweise

1. Anwendungsbeispiel

Zur Dekontamination können verschiedene Verfahren genutzt werden, z. B. Sprühnebel oder die Verdampfung mittels Gase. Die dabei am häufigsten eingesetzten Stoffe sind:

  • Wasserstoffperoxid (H2O2)
  • Ethylenoxid (C2H4O)
  • Formaldehyd (CH2O)
  • Ozon (O3)
  • Chlordioxid (ClO2)
  • Peressigsäure (CH3CO3H)

Eine konkrete Anwendung ist die Raumbegasung eines Krankenzimmers als Raumdesinfektion nach einer besonderen Infektionsgefahr. Diese Raumbegasung wird durchgeführt, wenn eine Wischdesinfektion allein nicht ausreicht. In der Regel wird dafür Wasserstoffperoxid oder Formaldehyd verwendet. Trotz der Raumbegasung erfolgt zusätzlich eine Flächendesinfektion durch Wischen.

2. Verwendung

Das Ziel ist eine Reduzierung der Gesamtkeimzahl um eine gewünschte log-Stufe (Zehnerpotenz). Dazu ist es unabdingbar, dass der Prozess keinen negativen Einfluss auf das Equipment bzw. auf den zu behandelnden Bereich nimmt. Ebenfalls müssen die Medien, die zum Einsatz kommen wirtschaftlich und umweltverträglich sein. Bei der Begasung muss zudem auf eine geeignete Schutzausrüstung der durchzuführenden Person geachtet werden.

Bei der Oberflächendesinfektion mittel H2O2 in geschlossenen Systemen wie Isolatoren wird die erwünschte Keimreduktion durch die Freisetzung von gasförmigem H2O2 in der Kammer und dem Einwirken der erzielten letalen Dosis über eine definierte Zeit erreicht.

Der Ablauf einer Dekontamination gestaltet sich wie folgt:

  1. Vorbereitung: Reinigung der Oberfläche, Konditionierung der Luft, luftdichtes Verschließen der Räumlichkeiten

  2. Einbringen des Dekontaminationsmittels und gleichmäßige Verteilung

  3. Einwirkzeit

  4. Nachbehandlung: Belüftung des Bereichs, Entfernen von Rückständen, Rückstandsmessung, mikrobiologische Überprüfung des Ergebnisses

Die Einwirkzeit kann mehrere Stunden betragen und muss zwingend eingehalten werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ebenfalls muss das Dekontaminationsmittel in einer Dosis verwendet werden, in der es einen Nutzen erzielen kann. Außerdem ist der Dekontaminationserfolg von den Materialien abhängig, besonders bei Textilien, aber auch bei metallischen Oberflächen.

Auf unserem Blog haben wir zum Thema Dekontamination spannende, weiterführende Beiträge für Sie:

3. Einzelnachweise